Kommerzialrat Hans Pressel ist tot
Wie erst heute bekannt wurde, ist am 26. August 2009 Kommerzialrat Hans Pressel gestorben. Der Gründer des Pressel Versands hatte sich erst 2007 nach 50 Berufsjahren in den Ruhestand zurückgezogen.

Kommerzialrat Pressel war ein Direktmarketing-Profi. In zwei Worten kommt das bestens zum Ausdruck: "Intelligente Wellpappe". Der Slogan des Pressel Versands gründete sich auf dieses Oxymoron, das überraschende Spiel von Wörtern, die nicht zueinander gehören - auf den ersten Blick. Intelligente Wellpappe war der Anspruch, statt einer Commodity ein emotionales Produkt zu verkaufen, das sich in Lösungen für Kunden ausdrückt.
Berühmt sind die Pressel-Boxen, die fast schon in den Duden Einzug gefunden hätten. Aber Pressel zeigte auch gerne in Wort und Bild, dass man Tische und Stühle aus Wellpappe bauen konnte, oder zu Weihnachten eine Kinder-Spielburg.
Kommerzialrat Hans Pressel machte sich bereits im Jahre 1957 selbständig. Mit dem Verkauf von Büromittel und Karteigeräten startete KR Pressel seine mehr als erfolgreiche Karriere. Anschließend gründete er eine Druckerei die sich auf den Druck und Erzeugung von Randlochkarten spezialisierte.
1967 Gründete Pressel dann einen Adressenverlag und ein Direktmarketingunternehmen. Wieder zehn Jahre später entschloss er sich im Jahr 1977, Büroorganisationsmittel aus dem umweltfreundlichen Werkstoff Wellpappe erzeugen zu lassen und auch den Vertrieb selbst mit Hilfe eines Versandhandelskataloges zu übernehmen. Dieses Geschäft entwickelte sich sehr rasch zu einem sehr erfolgreichen Unternehmen mit Vertriebsstandorten in 9 Ländern. Dieses Geschäft verkaufte er zuletzt an den weltweit führenden Büroausstatter Staples. Bis heute wurde aber das Sortiment von Pressel nicht verwässert, und nur in Osteuropa ist "Pressel-Quill" auch in der Büroausstattung allgemein aktiv.
Auch mit weiteren Aktivitäten blieb der Kommerzialrat dem Direktmarketing treu. 1980 übernahm er die Geschäftstelle der Österreichischen Klassenlotteriestelle Hohe Brücke. Mit dem Verkauf von Österreichischen Klassenlosen in ganz Europa und sogar bis nach Japan zeigte er auch in dieser Branche seinen Geschäftsinn.
Weggefährten, die es mit ihm nicht immer leicht hatten, zollen ihm bis heute höchsten Respekt. Respekt vor seinem untrüglichen Gespür für den Kundenwunsch. Und dafür, dass er die Mitarbeiter dennoch testen ließ. Aber meistens recht behielt.
Keine Frage: Mit Kommerzialrat Pressel hat das Direktmarketing einen großen Vertreter und profunden Kenner und Könner verloren. Er hinterlässt seine Frau Renate sowie vier Kinder und Enkelkinder.
Möge er in Frieden ruhen.














