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Das Mailorder-Blog von Martin Gross-Albenhausen

Von Martin Groß-Albenhausen
06.01.10

Waving 2009 goodbye...

Noch habe ich Google Wave nicht wirklich in meinen Arbeitsalltag integriert. Aber Agenturen damit basteln, ist schon toll. Memorabilia 2009.

 


Von Martin Groß-Albenhausen
05.01.10

So sieht Ottos "Video im Magazin" aus

Bei BasicThinking gab es dieses Video dazu:

Ob es mehr als wenige VIP-Anwendungen dafür gibt? Ich bin mir nicht sicher. Die Spielerei ist nett - aber der Effekt nutzt sich ab, die Bestellung wird über andere Wege geleitet. Ich setze da eher auf neue Endgeräte. Wann kommen Ottos Apps fürs Nexus One? (OK, gesetzt den Fall, es kommt irgendwann auch mal nach Deutschland... - solange eben die App fürs Milestone o.ä.)

 


Von Martin Groß-Albenhausen
05.01.10

Offen, chaotisch, profitabel

Von Googles Jonathan Rosenberg stammt dieses bedenkenswerte Zitat:

Closed systems are well-defined and profitable, but only for those who control them. Open systems are chaotic and profitable, but only for those who understand them well and move faster than everyone else. Closed systems grow quickly while open systems evolve more slowly, so placing your bets on open requires the optimism, will, and means to think long term.

(via Gerd Leonhard)

Rosenberg sieht die Vorteile von geschlossenen Systemen - ob klassische IBM-Mainframes oder die berühmte Drucker-Tinte- bzw. Rasier-Klinge-Konstellation - begrenzt. Solche Systeme tendieren dazu, keinen wirklichen Fortschritt zu bringen, sondern lediglich die bestehenden Systeme zu optimieren.

In an open system, a competitive advantage doesn't derive from locking in customers, but rather from understanding the fast-moving system better than anyone else and using that knowledge to generate better, more innovative products. The successful company in an open system is both a fast innovator and a thought leader; the brand value of thought leadership attracts customers and then fast innovation keeps them. This isn't easy — far from it — but fast companies have nothing to fear, and when they are successful they can generate great shareholder value.

Im Versandhandel (und im Verlagswesen) sind wir es gewohnt, unsere Kunden wie alle unsere Assets möglichst abzuschließen. Für ein Unternehmen wie d.o.t.t.s., ehemals Abacus oder einfach die "Versandhandelsallianz", war es ein langer Weg, um Versender zu überzeugen, Transaktiondaten zu "teilen". Und dabei ist das ein sehr "geschlossener" Ansatz von Offenheit...

Kaum etwas gibt die IT im Versandhandel so ungern preis wie ihre Daten. Bestenfalls als XML-Feed, kontrolliert verschickt. Aber offene Schnittstellen, am besten noch für Developer - das stößt auf große Skepsis. Und nicht ohne Grund, denn wo die Systeme haken, geht Umsatz verloren.

Aber dem Versandhandel droht das Rasierklingen-Dilemma: Am Ende werden die bestehenden Systeme immer feiner justiert. Was aber, wenn der Kunde sich aus diesem System wegbewegt? Ich habe ein schönes Bild dafür gefunden:

 

Fail1.png

Wer es nicht erkennen kann: Das ist ein amerikanisches "Rolling Home". Weil die Besitzer den Caravan verschoben haben, führt die Treppe nicht mehr an die Tür, sondern bestenfalls ans Fenster. Wir schaffen perfekte Zugänge - aber der Kunde ist nicht mehr da, wo er früher war.


Von Martin Groß-Albenhausen
04.01.10

Google auf dem Sprung zum Tablet?

Angeblich steht nicht nur Apple, sondern auch Google mit einem Tablet-PC in den Startlöchern. Morgen ist A-Day bei Google - das Unternehmen hat zu einer Android-Pressekonferenz eingeladen. Erwartet wird vor allem die Vorstellung eines eigenen Handys.

Partner beim "Nexus One" ist dem Vernehmen nach der Handy-Hersteller HTC, der mehr oder weniger offen einige der beliebteren Smartphones für andere Marken produziert. HTC arbeitet aber auch an Tablet-PCs und hat offenbar eine Version in petto, die mit dem angekündigten Google Betriebssystem Chrome OS laufen soll.

Das macht Sinn - ein Tablet, das als Mobilgerät seine Software-Applikationen vor allem aus der Cloud bezieht, also nicht mehr auf dem Rechner selbst installiert. Hier ein "gefaktes" Foto des Google-Tablets.

tablet-chrome.jpg

 


Von Martin Groß-Albenhausen
04.01.10

Von wegen "das Big Book ist tot"

Bigger, better, bolder, faster - das könnte das Motto von Louis im Jahr 72 der Firmengeschichte sein. In jedem Fall hat der Katalog inzwischen die Universal-Versender hinter sich gelassen. Der neueste Ziegel bringt 1108 Seiten auf die Waage. Das größte Warenangebot seiner Art in Europa.

Dabei ist Louis alles andere als gestrig. Mit dem Hamburger Nachbarn Globetrotter zählt Louis zu den besten und avanciertesten Multichannel-Anbietern der Branche. Wenn man dort vom Papier nicht lässt, scheint es noch sein Geld wert zu sein...

 


Von Martin Groß-Albenhausen
22.12.09

Unbound Commerce: IKEA auf dem Tablet-PC

Eigentlich geht es in einem (Fake?-)Video aus Frankreich um den angekündigten Tablet-PC von Apple. Interessant ist dabei aber die IKEA-Anwendung, die dort simuliert wird. Shopping mit dem Zeigefinger.

Hier erstmal das Video:

Einige der Bewegungen sind vom iPhone und anderen Handys bekannt, z.B. das Schütteln. Aber interessant ist der Aufbau der Seiten, die Blätterfunktion und natürlich der gut gelöste Farbwechsel.

Was mit solchen Anwendungen kommen wird, sind Widgets, die auf der Tablet-Oberfläche liegen. Wenn das System ein Drag & Drop erlaubt wie beim Microsoft Courier, kann man viel leichter als bisher die verschiedenen Inspirationen verknüpfen und damit arbeiten.

Exciting, isn't it?


Von Martin Groß-Albenhausen
21.12.09

Und wenn Google auf einmal den Fiiialhandel fördert?

Letzte Woche kamen Gerüchte auf, dass Google eine Beteiligung an oder Übernahme der Firma Yelp verhandele. Yelp bietet Location Based Services, und zwar Geschäfts-Kritiken. Oh my - das würde den Wettbewerb vielleicht neu justieren.

Man stelle sich das vor: Wenn Google bei den individuellen Ranking-Kriterien die lokale Nähe als einen wesentlichen Faktor dazu nimmt und dazu noch Produktfeeds und Bewertungen integriert, löst das Unternehmen einen der wesentlichen Erfolgsfaktoren des Versandhandels auf: Die Produkt-Allokation. Bisher konnte man nämlich kaum herausfinden, wo ein Produkt im näheren Umkreis im Laden erhältlich war. Und aus den Yellow Pages geht eben nicht hervor, ob der Laden wirklich gut sortiert ist und vernünftige Preise bietet.

Die Zukunft von online ist offline, hat John Thompson von Best Buy auf dem Versandhandelskongress 2009 formuliert. Das Internet hat dem Versandhandel neue Umsätze beschert, so dass der Anteil des Versands am gesamten Einzelhandel deutlich gestiegen ist. Aber um jeden Prozentpunkt werden die Einzelhändler demnächst mit den Versendern kämpfen.

Freuen wird sich Google dank der Klick-Preise. Und die SEO-Agenturen. Die Versender sind gut beraten, mal zu prüfen, wieviel andere effiziente und effektive Werbewege sie noch beherrschen - und ob sie hier Nachholbedarf haben.

 


Von Martin Groß-Albenhausen
16.12.09

It's not a business if you aren't making sales

Das Motto der "Men with Pens", einer auf Copywriter und Web Designer augerichteten Freelancer-Beratung, holt jeden Hype auf den Boden der Tatsachen zurück. Was nützt der schönste Magalog, die tausenden Friends and Follower, das blühendste Blog - wenn keiner kauft?

Die Otto Group hat das in England mit einigen mutigen Katalog-Gestaltungen gemerkt. Sieht toll aus. Aber keiner kauft. Auch in Deutschland kann man nicht sagen, dass sich Entertainment-Kataloge oder bewusst unverkäuferische Aktivitäten messbar in steigenden Umsatzzahlen auswirken. Wie denn auch.

Wer auf facebook oder Twitter aktiv ist, der sollte sich darüber klar sein, dass er für den größten Teil der Nutzer/Kunden lediglich einen weiteren Schritt VOR den eigentlichen Verkauf setzt. Wer einen Katalog macht, der nicht mehr direkt verkauft, entfernt den Kunden einen Schritt von der Kasse.

"Aber die klassischen Kataloge verkaufen doch nicht mehr!" - Stimmt. Und auch wieder nicht. Wir fordern ja regelmäßig Kataloge zu Benchmark-Zwecken an. Diesmal hat sich unser Partner die Mühe gemacht, auch das Umfeld zu analysieren. Und jetzt kommts: Nur einer von fünf Katalogen kommt mit einem kleinen Bonus, der die Bestellung attraktiv machen würde. Also ein Erstbesteller-Gutschein o.ä.

Wenn Kataloge nicht mehr funktionieren, dann liegt es an einem epochalen Trend hin zum Internet. Aber eben auch daran, dass man die Technik immer weniger beherrscht. Wenn die Response-Zahlen der Kataloge absacken, dann liegt das an einer systemischen Schwäche der Kataloge gegenüber dem "schnellen", stets aktuellen Internet. Aber eben auch daran, dass die Response-Werte der Vergangenheit auf einer deutlich schmaleren Wettbewerbslandschaft und weniger Auswahl beruhten, also viel kanalisierterer Nachfrage.

Es gibt ja Versender wie bonprix oder Walbusch oder andere, die mit Katalogen weiterhin extrem erfolgreich arbeiten. Bei ihnen funktioniert aber auch anderes, wie z.B. ein Community-Konzept wie jungstil oder ein Zielgruppen-Konzept wie Mey&Edlich. Weil man nicht das eine tut und das andere lässt.

Ich scheine mir hier oft zu widersprechen, wenn ich mich FÜR neue Konzepte im Katalog und Internet ausspreche. Damit wir uns richtig mißverstehen: Ich sehe gewaltiges Potential in den neuen Formen der "Conversation Economy". Aber - und das ist leider so - zunächst Mal sind das alles ZUSATZ-Kanäle und ZUSATZ-Kosten und ZUSATZ-Schritte auf dem Weg zum Verkaufserfolg. Sie senken die Effizienz bzw. die KUR über alles. Solange, bis Kunden sich ein anderes Shopping-Verhalten angeeignet haben.

Darum: It's not a business, if you aren't making sales. Messen, messen, messen. Marketing Attributierung. Verkaufen, was das Zeug hält, sobald man den Kunden erstmal irgendwo eingefangen hat. Man kann Gespräche führen. Aber als Händler wird es irgendwann ein Verkaufsgespräch, oder man ist aus dem Geschäft.

 


Von Martin Groß-Albenhausen
09.12.09

Der Katalog auf dem Tablet-PC

Bei novomind habe ich im November kurz die Zukunft der Kataloge auf Tablet-PCs erwähnt. Diese Zukunft liegt näher als man denkt. Time Inc. wird 2010 solche Tablets pushen - und auch in Deutschland gibt es Initiativen...

Das Problem mit den PCs und auch Netbooks ist ihr Arbeits-Charakter. Sie lassen sich eben nicht handhaben wie Zeitschriften. Deshalb sind PDF-Kataloge auch so eine mühsame Krücke. Andererseits mangelt es den Shops ja an Emotion.

Nun sagt man Apple nach, im ersten Quartal 2010 ein iTablet im Markt vorzustellen. Das könnte eine Liebesheirat zwischen dem alten Katalog-Department und der innovativen Online-Crew anbandeln.

Sport Illustrated dient hier als Showcase für so eine "Zeitschrift 3.0". Man müsste nicht mehr, wie Otto derzeit, den Bildschirm aufs Papier kleben, sondern kurzerhand den Bildschirm haptischer machen. Das Yalook Yamag würde sich einfacher blättern lassen. Und das alles auf der Couch, auf dem Klo, auf dem Balkon. (OK, vielleicht nicht in der Badewanne.)

Ganz am Ende taucht bei der SI-Demo eine Flagge am unteren Rand auf, die auf ein neues Spiel hinweist. So könnte dann kontext-bezogene Werbung vielleicht sogar individuell zugesteuert werden. Ein deutscher Anbieter hat eine Lösung entwickelt, die datenschutzrechtlich geprüft ist und über die Fingerabdruck-Erkennung so eines Tablet-PCs in Echt-Zeit die Zusteuerung von Werbung erlauben würde. More to come.

Ganz klar ist: Zeitschriften haben großes Interesse an der Einführung solcher Tablets. Die Bandbreite ist inzwischen gegeben, auch wenn wir noch hinterherhinken, wie der IT-Gipfel diese Woche festgestellt hat. Die Handhabung ohne physische Tastatur oder Stifte, nur mit den Fingern, ist durch Smartphones inzwischen geübt und generell intuitiver als mit Tastatur.

Und die optischen Möglichkeiten... Nun ja, vielleicht sogar eine Rückkehr des Kataloges, entlastet um die Druck und Porto-Kosten, in der Sortiments- und Seitenfolge aufs Individuum herunterzubrechen. E-Commerce, mit der Emotion der Kataloge.


Von Martin Groß-Albenhausen
09.12.09

Social Media RFM?

Ich stutze, wenn ich von Social Media-Experten höre, dass "Buzz" der neue heilige Gral des Versandhandels sein soll. Früher sind die Versender sehr gut mit RFM gefahren. Gilt das auch für neue Kunden-Interaktionen?

"It's about sales, stupid!" - Am Ende muss sich die Arbeit (ja, es ist Arbeit) in Blogs, Social Networks, Barcamps etc. ja auch in Umsatz und Ergebnis auszahlen. Was her muss, ist also eigentlich ein System, mit dem ich die vielen informellen, nicht vertriebs-geleiteten Kontakte sortieren und gewichten kann.

RFM könnte da vielleicht auch eine Lösung bieten.

R = Recency: Um aus der Masse der "Follower" eine relevante Gruppe herauszufiltern, könnte ich diejenigen besonders ansprechen, die innerhalb der letzten 24 Stunden einen Blogeintrag kommentiert, weitergeleitet, vielleicht auch nur vollständig gelesen haben. Oder die einem Link in einem Tweet gefolgt sind. Oder einen Beitrag re-tweetet haben.

F = Frequency: Ob ich mich einem "Follower" mit einem unverschämt guten Angebot nähere, hängt ja auch von seiner Position im "Customer Interaction Cycle" ab. (Ich weiß nicht, ob es so etwas als analytisches Modell schon gibt.) Wie häufig besucht er meine Social Media-Kontaktangebote? Hat er mein Blog per RSS-Feed abonniert? Klickt er auf Links, die zurück in meinen Shop führen? Und vor allem: wie häufig - steigt die Frequenz? Werde ich ihm wichtiger?

M = Monetary Ratio: Das ist vielleicht der schwierigste Punkt. Ich muss einen Wert erfinden, mit dem ich den Interaktionen der Follower unterschiedliche Sales-Bedeutung zumessen kann. Vielleicht eine Kombination aus der Zeit, die mit dem Angebot verbracht wird, der Wertschöpfung durch eigene Kommentare des Followers, der Vollständigkeit eines Profils, das er abgibt und der Art von Kommunikation, mit der er sich beschäftigt.

Wer seinen Google-Traffic beobachtet, weiß schließlich auch, ob der Kunde früh oder spät im Buying Cicle ist. Die Keywords unterscheiden sich. Er weiß auch, ob es ein "informationelles, navigationales oder transaktionales Keyword" ist - und kann ggf. seine Landing-Page darauf abstellen. Auch das Suchverhalten im Shop gibt klare Hinweise, die Steven Woods als "Digitale Körpersprache" bezeichnet hat.

Das ganze ist noch etwas kraus. Deutlich wird aber, dass ich als Händler nach der ersten Berührung mit Social Media einen Plan benötige. Ich muss meine Kommunikation klassifizieren und mit Messpunkten aufladen. Nur so kann ich aus dem "Buzz" Informations-Mehrwert generieren.

Am Ende des Tages kann es ja nicht darum gehen, 1 Mio. amorphe Follower/Freunde/Leser zu haben, die weder bei mir kaufen noch mir helfen, mein Angebot für eine bestimmte Zielgruppe zuzuschneiden. Sondern darum, den Gesprächen in der Conversation Economy ein wirtschaftliches Fundament zu geben.

Olivier Blanchard hat das in einer selbst sprechenden Präsentation (auf englisch) zusammengefasst. Er nutzt statt RFM den Begriff F.R.Y. für Frequency, Reach und Yield. Recency hat für ihn offenbar keine Bewertung, Frequency schon, Yield ist der messbare Mehrumsatz, allerdings nicht direkt den Aktivitäten zuzurechnen. Reach steht für die Anzahl der Neukunden.

 

Olivier Blanchard Basics Of Social Media RoiView more presentations from Olivier Blanchard.

 

Gibt es dazu schon konkrete Lösungen? Oder greifen bei Social Media andere Kriterien als die bewährten RFM?

 


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Tweets
11.03.2010 16:09

GrobiBeing late with the Spring/Summer catalogue lead to a 3 % sales-drop at UK-retailer Argos (Home Retail Group): http://bit.ly/dxdibd

11.03.2010 08:24

Grobi@pipitpurch Yes, definitely aggree

10.03.2010 20:28

GrobiHeimliche Innovation bei wohnklamotte.de im Einsatz: Das ShoptheStyle-Widget: http://bit.ly/cR2Ynf

10.03.2010 19:42

Grobi@pipitpurch Or even use MagCloud to produce your personal printed catalog for your peers. Or the iPad. So many ways to "not get squared" :-)

10.03.2010 19:39

Grobi@pipitpurch Like adding notes, editorial, creating real booklets, mini-catalogs, linked to the shop. Spread it to your fb-fans or tweet it.

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