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Was spricht eigentlich noch für die Quelle?

Nachdem ich mich dermaßen über die "Weiter so"-Parolen des Insolvenz-Verwalters entsetzt habe, hier mal ein paar konstruktive Überlegungen zur Quelle:

 

  • Wenn man sich nur mal die Reichweite der Quelle im Internet ansieht, hat das Unternehmen eine Top-Position. So etwas kann ganz schnell verloren gehen und würde sicher zusammenschmelzen, wenn der Katalog gestrichen würde. Aber für den Moment ist Quelle sehr präsent.
  • Wenn man die Chancen eines Insolvenzverfahrens und eines Investors betrachtet, dann könnte Quelle endlich die personell-strukturellen Probleme der vergangenen 10 Jahre hinter sich lassen. Damit meine ich in erster Linie die Vorherrschaft der mächtigen Einkaufsabteilungen, die nicht nur die Optik der Kataloge diktiert haben. Auch kleine Versender leben vom Produkt. Aber das sind dann in der Regel Spezialversender, die ihr Thema "leben". Sortimentskompetenz ist das eine, Vertriebskomptenz das andere. Und Quelle braucht jetzt vor allem letztere.
  • Der Katalog wird reines Vertriebsinstrument. Also nicht mehr die Abbildung dessen, was der Einkauf für gut befindet. Sondern ein "Lecker-Macher". Der HK ist ein Ding für sich, nicht aber die Aktivierungskataloge. Bei Hawesko wird der Hauptkatalog vom Einkauf gemacht. Aber jeglicher Anstoß erfolgt dann nur noch von Marketing und Vertrieb, rein unter Nachfrage-Gesichtspunkten.
  • Ich bin ja kein IT-Experte, aber was ich so höre, ist für wirklich agile neue Konzepte und Suchmaschinen-Optimierung die bestehende Software-Landschaft nicht eben ideal. Vielleicht könnte man auch da mal anpacken?
  • Wenn man schon an dieser Stelle investiert, dann würde ich (o graus!) offene Systeme und Schnittstellen bevorzugen. Warum? Die ePages-Lösung für die MeShops zeigt, ja dass Quelle schon bereit ist, den Kunden "machen zu lassen". Aber die Zukunft liegt nicht in den Mini-Shops, sondern in sinnvollen Applikationen, die Quelle-"Lösungen" in jedem Lebenskontext der Kunden zur Verfügung stellen. Mit anderen Worten: Quelle-Apps. Wie ich hier schon öfter geschrieben habe: Amazon rennt den Ottos und Quelles auch deshalb so meilenweit voraus, weil man die Schnittstellen weiter öffnet. Und Amazon macht jetzt in "Applications". Warum nicht die Quelle?

Wofür sich die Quelle selber entscheiden muss, ist das Sortiment und die Zielgruppe. Jeder weiß, dass die Kundschaft der Quelle derzeit ziemlich alt ist, und die Kundschaft der Kataloge noch älter. Das ist kein Manko, darf aber nicht dazu führen, dass aus Marktforscherischer Sicht alle Werbemittel so "optimiert" werden, dass die Zielgruppe noch älter wird.

Was ich so höre, wird im Hintergrund durchaus an den Endzügen eines Konzeptes gearbeitet, das in den nächsten Tagen und Wochen die 8-10 potentiellen Investoren überzeugen soll. Dann hat Görg in den leeren Fürther EKZ-Hallen wohl einfach nichts als Palast verkaufen wollen, was bisher nur roh gezimmert ist.

Aber mit diesem Auftritt hat er der Marke Quelle erstmal einen weiteren Bärendienst geleistet.

 


Die neuesten Kommentare zum Artikel "Was spricht eigentlich noch für die Quelle?":

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Die Vorherrschaft der allmächtigen Einkaufsleiter muss in der Tat gebrochen werden, wenn der Katalog der Zeit angepasst werden soll. Schauen Sie sich Mal die Herrenschlafanzüge im Katalog an. Weil es für einen Schlafanzug entweder eine lange Hose oder eine Short gibt, MUSS beides zusammen fotografiert werden. Die Abbildung ist naturgemäß total bescheuert: Zwei Männer im Schlafanzug, die jetzt gerade ins Bett gehen - oder was sonst? Oder ein Damenkleid in drei Farben - MUSS in einer Gruppe von drei Models gezeigt werden, obwohl es auf der Welt keine drei Frauen gibt, die gern im selben Kleid wie zwei andre spazieren gehen würden. Wenn sich das nicht ändert, sehe ich schwarz für den Katalogverkauf.

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