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Offen, chaotisch, profitabel

Von Googles Jonathan Rosenberg stammt dieses bedenkenswerte Zitat:

Closed systems are well-defined and profitable, but only for those who control them. Open systems are chaotic and profitable, but only for those who understand them well and move faster than everyone else. Closed systems grow quickly while open systems evolve more slowly, so placing your bets on open requires the optimism, will, and means to think long term.

(via Gerd Leonhard)

Rosenberg sieht die Vorteile von geschlossenen Systemen - ob klassische IBM-Mainframes oder die berühmte Drucker-Tinte- bzw. Rasier-Klinge-Konstellation - begrenzt. Solche Systeme tendieren dazu, keinen wirklichen Fortschritt zu bringen, sondern lediglich die bestehenden Systeme zu optimieren.

In an open system, a competitive advantage doesn't derive from locking in customers, but rather from understanding the fast-moving system better than anyone else and using that knowledge to generate better, more innovative products. The successful company in an open system is both a fast innovator and a thought leader; the brand value of thought leadership attracts customers and then fast innovation keeps them. This isn't easy — far from it — but fast companies have nothing to fear, and when they are successful they can generate great shareholder value.

Im Versandhandel (und im Verlagswesen) sind wir es gewohnt, unsere Kunden wie alle unsere Assets möglichst abzuschließen. Für ein Unternehmen wie d.o.t.t.s., ehemals Abacus oder einfach die "Versandhandelsallianz", war es ein langer Weg, um Versender zu überzeugen, Transaktiondaten zu "teilen". Und dabei ist das ein sehr "geschlossener" Ansatz von Offenheit...

Kaum etwas gibt die IT im Versandhandel so ungern preis wie ihre Daten. Bestenfalls als XML-Feed, kontrolliert verschickt. Aber offene Schnittstellen, am besten noch für Developer - das stößt auf große Skepsis. Und nicht ohne Grund, denn wo die Systeme haken, geht Umsatz verloren.

Aber dem Versandhandel droht das Rasierklingen-Dilemma: Am Ende werden die bestehenden Systeme immer feiner justiert. Was aber, wenn der Kunde sich aus diesem System wegbewegt? Ich habe ein schönes Bild dafür gefunden:

 

Fail1.png

Wer es nicht erkennen kann: Das ist ein amerikanisches "Rolling Home". Weil die Besitzer den Caravan verschoben haben, führt die Treppe nicht mehr an die Tür, sondern bestenfalls ans Fenster. Wir schaffen perfekte Zugänge - aber der Kunde ist nicht mehr da, wo er früher war.


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