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Forecasting und die Zukunft der Shopping-Clubs

Otto hat seinen Gewinn nicht zuletzt deshalb trotz höherer Investments in Werbung steigern können, weil der Einkauf besser disponiert hat. Das kann für Shopping-Clubs ein Warnsignal sein.

In der "alten Welt" habe die Versandhändler große Überläger erzielt, weil sie den tatsächlichen Abverkauf (gerade bei modischen Artikeln) schlecht kalkulieren konnten. Um sie abzuverkaufen, wurden die Sonderlisten gedruckt, die EXTRA-Kataloge oder Rotstift-Beilagen bei Tchibo. Die Unsicherheit hinsichtlich der richtigen Menge hat sich bis zu den Lieferanten fortgesetzt. Die nämlich haben auf Grundlage der Vororder der Händler ihre Produktionsmengen ausgesteuert.

Das Ergebnis kennen wir: Zuwenig von der guten Ware, zuviel von der schlechten. Oder mit der alten Regel: 15 % Renner, 85 % so lala bis Penner.

Daran hat sich auch heute nichts geändert - es scheint eher ein Einkaufs- als ein Kanalphänomen zu sein. Aber die Absatzplanung funktioniert heute deutlich besser. Das erkennt man daran, dass Otto seine Corso-Abschleusermärkte zu einer Posten-Plattform für Wiederverkäufer umgestellt hat, daneben die EXTRA-Kataloge abgeschafft hat und nur noch über das Internet abschleust. Das geht aber angesichts von Ottos Print-gewöhnter Klientel nur, weil die Mengen besser eingeschätzt werden können. Einfach nur verknappen geht ja nicht, denn NaLis und NiLis oder noch schlimmer "NiNas" (nicht gelieferte Nachlieferungen) verärgern die Kunden auf Dauer. Doch Otto hat die Lieferfähigkeit verbessert UND die Überhänge reduziert.

Die Dispositionstools stehen inzwischen über die Otto Group hinaus auch anderen Händlern zur Verfügung. Die Karlsruher Phi-T bietet das gemeinsam mit Otto entwickelte System dem Markt an (mehr auf der IT@Commerce Ende Februar in Frankfurt).

Die Frage ist also, ob sich die Überhänge "verkürzen" und damit die für Shopping-Clubs zur Verfügung stehenden Mengen reduzieren. Das würde zu einer Konsolidierung in dem überhitzten Markt führen.

Es sei denn natürlich, dass die Shopping-Clubs eben keine reinen Abschleusungs-Kanäle mehr sind. Dass Marken für große Clubs produzieren, wird ja immer wieder gerne kolportiert. Es sind für sie Möglichkeiten, ihre Waren ohne großen Imageschaden breiter zu "verproben". Damit haben die Shopping-Clubs einen wichtigen Platz im Ökosystem auch dann, wenn die Marken eigentlich keine massiven Mengenprobleme mehr haben sollten.

Dennoch kann man gespannt darauf blicken, ob die länger schon prognostizierte Konsolidierung unter den Shopping-Clubs im Jahr 2010 oder 2011 eintritt. Konsolidierung ist dann allerdings eher ein Beleg dafür, dass sich das Phänomen etabliert hat - und nicht, dass den Shopping-Clubs ein Ende droht.

 


Die neuesten Kommentare zum Artikel "Forecasting und die Zukunft der Shopping-Clubs":

Anzeige: 1 - 6 von 6.

Sehr progressive These! Ich glaube aber nicht, dass damit die Konsolidierung beschleunigt wird, weil die Hersteller tatsächlich schon für Clubs als Kanal bei der Herstellung disponieren. Es wird nur schwer für kleinere Clubs bzw. es wird schwerer große Marken zu bekommen die mit solchen Systemen im Einkauf in Kontakt kommen. Klein (volumige) Marken betrifft das nicht.

VG Alex

Sicher werden die Shoppingclubs und ihr Rolle im Kanalmix sich in den nächsten Jahren auch wandeln. Mit der Aufstellung und Positionierung der derzeit großen Clubs ist es schwer vorstellbar, dass sie ohne Exklusivität durch den attraktiven Preisvorteil auf die Vermarktungsmengen kommen, die sie interessant machen würden.

Grundsätzlich wäre es aber für neue, kleine Communities mit sehr spitzer Zielgruppe eine Positionierungsmöglichkeit. Ohne den großen Preisvorteil, dafür aber mit einem perfekt zugeschnittenen hochwertigen Designer- und Markenangebot.

Ich bin von Clubsale beeindruckt. Die ergeben sich nach meinem Eindruck nicht der Versuchung, immer mehr Marken und Themen jenseits ihrer PlanetSports-Zielgruppe zu pushen. Ich weiß allerdings auch nicht, wer hier die entscheidenden Hebel zieht: Die Betreiber oder eher die Marken.

Einige Features bei clubsale sind in der Tat interessant. Im Gegensatz zu den großen und bekannten Wettbewerbern scheint clubsale ja unmittelbaren Zugriff auf die Ware zu haben und binnen höchstens 24h zu verschicken.
Im Vergleich zu den auf Abruf basierenden Modellen natürlich ein unglaublicher Vorteil in der Kundenansprache. Gerade bei saisonalen Themen.
Wenn ich die Grundlagen richtig verstehe, werden auf der Plattform, aber nur die Überhänge von Planet Sports 'modern' vermarktet. Das erklärt auch die Fokussierung - in dem Fall durch den Betreiber.

Für die Abschleusung hat Planet Sports eigentlich einen Prozente-Shop auf der eigenen Seite. Clubsale ist nach meiner Kenntnis ein separates Geschäft. Man darf auch nicht vergessen, dass Shopping-Clubs kein Penner-Stretching sein können und eine Mindestmenge von Artikeln brauchen.

Wenn nicht eigens disponiert würde, wäre man die Mitglieder schnell wieder los: Man hätte nie genug von interessanten und immer zu viel von schwachen Artikeln. Ich glaube daher eher, dass die Ware mehr und mehr direkt für Clubsale geordert wird, aber aus dem Marken-Portfolio von Planet Sports, weil man so die Lieferanten-Beziehungen optimieren kann.

Über die Zukunftsperspektiven der deutschen Shopping-Clubs hatte erst kürzlich Martin Groß-Albenhausen vom Versandhausberater einen spannenden Beitrag geschrieben: "Otto hat seinen Gewinn nicht zuletzt deshalb steigern können, weil der Einkauf bess...

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Tweets
11.03.2010 16:09

GrobiBeing late with the Spring/Summer catalogue lead to a 3 % sales-drop at UK-retailer Argos (Home Retail Group): http://bit.ly/dxdibd

11.03.2010 08:24

Grobi@pipitpurch Yes, definitely aggree

10.03.2010 20:28

GrobiHeimliche Innovation bei wohnklamotte.de im Einsatz: Das ShoptheStyle-Widget: http://bit.ly/cR2Ynf

10.03.2010 19:42

Grobi@pipitpurch Or even use MagCloud to produce your personal printed catalog for your peers. Or the iPad. So many ways to "not get squared" :-)

10.03.2010 19:39

Grobi@pipitpurch Like adding notes, editorial, creating real booklets, mini-catalogs, linked to the shop. Spread it to your fb-fans or tweet it.

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